Pressemitteilung:
Das Amtsgericht - Jugendgericht - Borken hat am Dienstag, den 13.10.2026 eine 19 Jahre alte Angeklagte aus Borken wegen fahrlässiger Tötung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr (§§ 222, 315 Abs. 1 Nr. 2 StGB) schuldig gesprochen und ihr auferlegt, 100 Stunden gemeinnützig zu arbeiten und an dem nächsten Verkehrserziehungskurs des Jugendamtes teilzunehmen.
Die zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alte Angeklagte hat gestanden, am 30.09.2025 als Freiwilligendienstleistende einen Krankentransportwagen gefahren zu haben, mit dem eine 88 Jahre alte Patientin vom St. Marien-Krankenhaus in Ahaus zur weiteren Behandlung eines Halswirbelbruchs in die Uniklinik nach Münster verlegt werden sollte. Als einer der beiden mitfahrenden Rettungssanitäter eine plötzliche Verschlechterung des Gesundheitszustands der sich erbrechenden Patientin feststellte, rief er: „Stop, Notfall“. Die Angeklagte brachte daraufhin den Krankentransportwagen auf dem Schumacherring in Ahaus mit einer sofortigen Vollbremsung zum Stillstand und begab sich ebenso wie ihr Beifahrer eilends zu der Patientin. Dabei hatte die Angeklagte übersehen, dass sie auf den Gleisen des beschrankten Bahnübergangs gehalten hatte. Als sie und ihre Kollegen bemerkten, dass sich ein bereits hupender Zug näherte, versuchte sie unter Einsatz ihres eigenen Lebens noch, den Krankentransportwagen von den Gleisen zu fahren, was ihr jedoch nicht gelang. Es kam zur Kollision des Zuges mit dem Krankentransportwagen, wobei die Patientin tödlich verletzt wurde und auch die Angeklagte noch im Fahrzeug war. An dem Krankentransportwagen entstand ein Totalschaden. Auch der Zug wurde erheblich beschädigt.
Das Gericht hat Jugendstrafrecht auf die noch junge, einkommenslose Angeklagte angewendet und berücksichtigte bei der Zumessung der Rechtsfolgen einerseits die schweren Folgen der Tat, andererseits das vollumfängliche Geständnis und das noch sehr junge Alter und die Unerfahrenheit der Angeklagten, die erst einen Monat vor dem Unfall ihren Dienst begonnen hatte. Darüber hinaus hat das Gericht mildernd gewertet, dass die Angeklagte infolge der Tat selbst in hohem Maß psychisch belastet ist.
Online-Presse
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WDR-Bericht (https://www1.wdr.de/nrw/muensterland/kreis-borken/krankenwagen-unfall-zug-prozess-100.html) Online-Bericht auf der Internetseite des WDR - Studio Münster vom
13.10.2026
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RTL-Bericht (https://www.rtl.de/news/ahaus-drk-rettungshelferin-muss-nach-tod-von-patientin-100-sozialstunden-leisten-id31413743.html) Online-Bericht auf der Internetseite von RTL Interactive vom
13.10.2026
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Bericht in Borkener Zeitung (https://www.borkenerzeitung.de/nachrichten/borken/Borkener-Krankenwagenfahrerin-fuer-Unfall-mit-Zug-verurteilt-804287.html) Kostenpflichtiger Online-Artikel der Borkener Zeitung vom
13.10.2026
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Bericht in Münsterland-Zeitung (https://www.muensterlandzeitung.de/ahaus/toedliches-zugunglueck-ahaus-urteil-jugendstrafrecht-schuld-verantwortung-w1260398-9002171236/) Kostenpflichtiger Online-Artikel der Münsterland-Zeitung vom
13.10.2026
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Bericht bei T-Online (https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/menschen-schicksale/id_101480688/zugunglueck-seniorin-tot-19-jaehrige-muss-sozialstunden-leisten.html) Online-Artikel bei t-online vom
14.10.2026
